| Ein Besuch bei Herrn Walter | ||||
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Auf der Suche nach einer etwas kräftigeren und bezahlbaren Röhren-Endstufe, stieß ich irgendwann auf die Seite von Herrn Walter (Walter Elektronik). Mir fiel auf, dass seine eingesetzten Ausgangsübertrager keine Klingeltrafos sind und dass sein Portfolio an Röhrenverstärkern einen überschaubaren Bereich abdeckt. Ich war sicher bei ihm etwas Gutes zu finden. Da Mannheim von Heidelberg nicht weit entfernt ist, besuchte ich Herrn Walter in seiner Werkstatt. Den Besuch habe ich nicht bereut, denn Herr Walter ist einer von den alten Vollblutelektronikern, die ihr Handwerk verstehen und seine Freude an guten HiFi-Geräten ist ungebrochen. Das war bei der Vorführung seiner Verstärker deutlich an seinen vor Stolz glänzenden Augen zu sehen. Sein anschließender Vortrag über die Technik und die Philosophie der Röhrenverstärker, insbesondere in den Zeiten von 1950 bis 1980, hat mich beeindruckt und mir gezeigt, dass die Ingenieure aus der Zeit fantastische und ausgereifte Verstärkertechnik entwickelten. Ich habe Herrn Walter gebeten, seine Ausführungen nieder zu schreiben, was er gerne voller Enthusiasmus tat: Die
Nachfrage nach Wohlklang und audiophilen Geräten ist immer
noch
Anfang
der 70er lief die Zeit der Röhre in der HiFi-Tecnik aus. Aber
es war Wirtschaftswunderzeit, die Entwicklungsabteilungen bei
Grundig, Siemens, Lorenz, Philips etc. hatten reichlich Mittel
zur Verfügung. Die Ingenieure waren gut ausgebildet und
hochmotiviert. Der Wunsch nach mehr Verstärkerleistung und
Wohlklang wurde durch Gegentaktpenthoden mit ultrtalinearen Übertragern
erfüllt. Reine NF-Verstärkerröhren, wie zB. die EL84
und die EL34 wurden von den Herstellerfirmen ständig
verbessert und optimiert. In dieser bewährt guten Qualität
werden sie heute wieder von JJ in Tschechien und
Elektro-Harmonix in Russland hergestellt. Wussten Sie, dass
eine EL34 im Gegen-Takt als Penthode mit Ultralinear-Schaltung
nahezu den gleichen Klirrfaktor hat, wie die gleiche Röhren
in Triodenschaltung, dafür aber die doppelte Leistung
produziert ? Und
ausreichend Leistung wird klanglich immer positiv bewertet.
Auch ein Hornlautsprecher klingt mit einem guten
Gegentaktverstärker ohne Crossover-Verzerrung knackig und
wirkt schnell besser als ein 3-Watt Eintakt- Verstärker, der
bei jedem Tiefbass gestresst und schwindsüchtig wird. Das
war jetzt meine persönliche Einstellung und Erfahrung. Sie
werden, wenn Sie sich mit dem Thema Röhrenverstärker näher
beschäftigen, noch viele andere Meinungen dazu kennen lernen. In
dem Sinne – entspanntes Hören ______________________________
Jedenfalls war ich von seinen Verstärkern so angetan , dass ich mir den Bausatz einer 2 x 15 Watt Endstufe, Gegentakt ultralinear, kaufte. Ein paar Bedenken hatte ich schon, hatte ich mich doch schon recht lange nicht mehr mit der Verstärkertechnik befasst. Der Aufbau war zwar kein Kinderspiel, aber wegen der guten Dokumentation von Herrn Walter, wie Bohrplan, Schaltplan und Verdrahtungsplan gelang der Aufbau auf Anhieb. Selbst der BIAS-Abgleich verlangte keine großen Vorkenntnisse in der Elektronik. Hier ein paar Bilder vom Aufbau: Naja, ein paar Fehler habe ich schon gemacht, die ich aber nach Rücksprache mit Herrn Walter - und der ist sehr kooperativ - beheben konnte. Jetzt läuft der Verstärker ohne Probleme und erfreut mich täglich durch seine Transparenz mit der er die Hörner treibt. Ich bin sicher, dass dieser Verstärker nicht der letzte sein wird, den ich als Bausatz von Herrn Walter kaufen werde.
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